Susannes Tagebuch



15.10.2013

Irgendwie renne ich wie besoffen durch die Welt, denke die ganze Zeit an R. An seine wunderschönen Augen, seine ruhige Stimme, träume von seinem Körper. Davon wie er sich wohl anfühlt, wenn ich ihn berühre. Wie er wohl küsst? Oh Gott - ich bin total durchgeknallt! Kann an nichts anderes mehr denken. Kann mich von Max nicht mehr anfassen lassen. Was passiert hier?

24.10.2013

War heute wieder bei der Physiotherapie. So langsam erkenne ich meinen Fuß wieder. Halleluja. Bald kann ich wieder tanzen. Endlich! Im Büro bin ich nun schon seit Montag wieder. Die gehen mir auf die Nerven, dieses Hausfrauengeschwätz den ganzen Tag.

Fiel mir schon immer auf, dass sich alles nur ums kochen, backen und braten dreht in der Welt vieler Frauen. Wenn die wüssten, was die alles verpassen. Gott sei Dank ist Max nicht so ein Typ, der bekocht sein will. Da liebe ich unsere eher lockere Beziehung. Wir gehen eben Essen und führen gute Gespräche. Irgendwie ein beschauliches Leben, aber manchmal langweile ich mich etwas.

01.11.2013

Heute traf mich der Schlag!!! R. hat angerufen und mein Herzschlag setzte aus. Er sagte zwar, er habe sich nur verwählt, aber irgendwie glaubte ich ihm nicht. Ich denke er ist zu zurückhaltend und weiß nicht, wie er mit mir privat ins Gespräch kommen kann. Total süß! Ein toller, schöner Mann mit Manieren und dazu kein Macho.

Wo gibts denn sowas heute noch? Bin total verliebt. Ich kann mich nicht erinnern, schon jemals so verliebt gewesen zu sein. Und ich bin überglücklich, aber auch aufgeregt. Was soll das werden? Was täte ich Max damit an? Es ist als könnte ich nicht anders. Ich bin nicht in der Lage, ihm zu widerstehen. Als ob ich meinen Seelenverwandten gefunden hätte.

12.11.2013

Mache echt Fortschritte mit meinem Knöchel. Max hat nichts mitbekommen, glaube ich. Er fragte zwar gestern Abend, ob irgendwas nicht stimmt mit mir, weil ich so abwesend sei in letzter Zeit, aber ich schob es auf den Fuß. Er ist wirklich ein so liebevoller und gütiger Mann. Ich weiß nicht, was mich so zu R. hinzieht. Ich schwebe durch den Tag, wenn ich an ihn denke und nachts liege ich stundenlang wach und träume davon, mit ihm zu schlafen. Es ist der Wahnsinn, was dieser Mann in mir ausgelöst hat.

Ich kann doch aber meine lange Beziehung nicht aufgeben. Warum denke ich überhaupt darüber nach? Vielleicht will R. mich gar nicht.
Dieser Gedanke bringt mich zwar fast um meinen Verstand, aber vernünftig wäre es, wenn da nichts beginnen würde. Er scheint mir auch ein grundanständiger Mann zu sein. Warum zieht es mich auch erotisch so sehr zu ihm hin?

Naja, der Sex mit Max ist oder besser gesagt war nie schlecht oder so. Aber eben auch nicht der Kracher. Sexuell waren wir nie so richtig auf einer Welle. Es ist schön und kuschelig, aber geil war es von Anfang an nicht. Wir verstehen uns gut, können gut zusammen leben, irgendwie beschaulich und einfach, aber so richtig geiler Sex fehlt mir, seit ich R. getroffen habe. Noch niemals habe ich mich so sehnsüchtig zu jemandem hingezogen gefühlt. Es schmerzt beinahe körperlich, ihn nicht berühren zu können.

20.11.2013

Sarah rief mich heute an und sagte, dass sie einen Fahrradunfall hatte und im Krankenhaus liegt. Ich bin sofort zu ihr geeilt. Fast schäme ich mich zu schreiben, dass ich hoffte, R. zu sehen, aber es ist so. Das ist krank!!! Und dennoch - es ist die Wahrheit. Nur gut, dass das hier nie jemand lesen wird. Man könnte sonst denken, ich wäre froh, dass eine Freundin einen Unfall hatte. So ist es nicht, aber wie soll ich IHN denn sonst wiedersehen. Inzwischen drehe ich beinahe durch vor Sehnsucht.

Jedenfalls habe ich sie besucht, die Arme. Sieht schrecklich lädiert aus und muss noch mind. eine Woche in der Klinik bleiben.
Als ich ging, hielt ich Ausschau nach R. Wie ein bekloppter Teenager schlich ich durch die Gänge, aber ich sah ihn nirgends. Am Ausgang steht ein Aschenbecher. Ich brannte mir eine an und sah mich um, spähte das Gelände ab, konnte ihn aber nirgends sehen.

Jeder weiße Kittel lässt mein Herz stehenbleiben. Wenn das so weiter geht, kriege ich einen Herzkasper.
Bin irgendwie traurig, weil ich ihn nicht sah. Morgen besuche ich Sarah und versuche, nicht an R. zu denken. Das Ganze nimmt krankhafte Züge an, für die ich mich langsam schäme.

Ich will mich jetzt um Max kümmern. Er hat es nicht verdient, eine abwesende Frau zuhause zu haben. Dieser tolle Mann ist schließlich immer für mich da. Ich bin eine furchtbare Idiotin. Schluss jetzt mit der blöden Schwärmerei für einen fremden Mann mit schönen Augen.

21.112013

Heute war ich mit Angela in der Klinik, Sarah besuchen. Wir haben alle zusammen gescherzt und Witze gerissen. War total lustig. Ich zucke zwar immer noch bei jedem weißen Kittel zusammen, aber ich will und muss mir R. aus dem Kopf schlagen. Hab ihn wieder nicht gesehen.

03.12.2013

Haben heute Sarah aus der Klinik geholt. Es geht ihr wieder ganz gut. Wir waren noch Kaffee trinken unterwegs und danach war ich mit den Hunden draußen. Ewiger Spaziergang. Tat mir richtig gut.

Bevor Angela fuhr, fragte sie mich, ob es mir gut geht. Ich glaube, sie ahnt etwas. Bei sowas hat sie irgendwie immer Vorahnungen. Als ich mich damals vor 20 Jahren von Tom trennen wollte, wusste sie auch, dass etwas nicht stimmt, bevor ich auch nur eine Andeutung machte.
Ich habe mit niemandem über R. gesprochen. Was denn auch? Dass ich mich kurzzeitig in einen Fremden verknallt hatte und deshalb wochenlang total daneben war?

Ich kriege mich schon wieder ein. Was würde ich auch anrichten mit so einer verrückten Aktion?!
Meine gute Beziehung auf´s Spiel setzen für jemanden, den ich gar nicht kenne. Blödsinn! Aber so ganz aus dem Kopf geht er mir nicht.

12.12.2013

Ich tanze wieder! Wie toll ist das denn! Muss zwar noch aufpassen, dass ich nicht umknicke, aber ansonsten bin ich wieder wie neu. Habe schon Glück mit meinem Körper. Dasselbe Gewicht wie vor 30 Jahren, dieselbe Figur und im Halbdunkel sieht man nicht mal meine Augenfalten. Heute habe ich wieder Komplimente bekommen von irgendwelchen Männern, aber die können mir auch nichts neues verraten.

Ich weiß, dass ich eine schöne Frau bin und ich weiß auch, dass ich intelligent und gebildet bin. Weil man nicht so eingebildet sein soll, tue ich zwar immer ganz erschrocken, wenn ich Komplimente bekomme, aber im Grunde weiß ich, dass ich außergewöhnlich bin. Ich sag doch - nur gut, dass das hier nie jemand lesen wird. Hihihi.



19.12.2013

War heute mit dem Rad und den Hunden unterwegs. Total geil! Meine Hunde sind eben der Hammer. Ich liebe sie über alles. Egal was ich mit ihnen mache, sie lernen einfach schnell und stellen sich nie blöd an. Hatte Diskussion mit Max wegen unserem Sexleben. Es geht mir total auf den Keks, dass wir im Bett einfach nicht richtig klarkommen.

Das war zwar schon immer so - langweilig irgendwie, obwohl er zärtlich ist und auch weiß, wie es geht. Aber irgendwie küsst er nicht gern und kommt immer gleich zur Sache. Ich mache das nicht mehr mit und das habe ich auch klar gesagt. Es liegt nicht nur daran, dass wir so lange zusammen sind.

Es war von Beginn an nie so leidenschaftlich, wie ich mir das vorstelle. Damals waren eben andere Dinge wichtiger für mich, aber inzwischen fehlt mir leidenschaftlicher Sex so sehr, dass ich wütend werde, wenn wir da so fad rummachen.

Ich hoffe, ich habe ihn nicht verletzt, aber ich konnte es auch nicht mehr verheimlichen, dass es mir keinen Spaß macht, mit ihm zu schlafen. Scheiße!

23.12.2013

Morgen Heilig Abend - schon wieder. Irgendwie habe ich wie jedes Jahr Angst davor, dass die Feiertage nie rumgehen, obwohl es mit Max und seiner Familie immer harmonisch ist (im Gegensatz zu meiner). Wird wohl noch aus Kindertagen stammen dieses Scheißgefühl. Jedenfalls bin ich trotzdem immer froh, wenn die Feiertag rum sind.

Ich werde viel mit meinen Hunde-Lieblingen rausgehen. Max hat da wenig Lust drauf, aber das hatte er nie. Egal - er hat ja nichts dagegen, dass ich viel Zeit mit den Hunden verbringe. So - Geschenke einpacken und dann schaue ich mir noch eine Serie an. Irgendwas zum abschalten. Sollte mir wiedermal ein Buch bestellen, kam schon ewig nicht mehr so richtig zum lesen, obwohl ich es liebe zu lesen.

Naja fröhliche Weihnachten (habe ein Glas Wein getrunken und weil ich keinen Alkohol vertrage, schreibe ich solchen Blödsinn aufs Papier). Könnte mich gerade bekringeln vor lachen.

Wie werde ich erfolgreiche Co-Narzisstin?

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort


1. Respektieren Sie jede vorstellbare

    und unvorstellbare Grenze

    Ihres Narzissten

           1.1  Ehefrau/Lebenspartnerin

           1.2  Geliebte/Affäre/beste Freundin

           1.3  Beispiele

  1. a. Verbindlichkeit
    b. Telefonate
    c. Geliebte in Fernbeziehung d. Chef
    e. Verabredungen
    f. Lügen

2. Heben Sie Ihre eigenen Grenzen für IHN auf, missachten Sie
Ihre Gefühle und Bedürfnisse und halten Sie sich in Sachen

Intelligenz strikt zurück 2.1 Beispiele Grenzen

A: Treue
B: Vertrauen
C: Sicherheit/Geborgenheit D: Verbindlichkeit

E: Verantwortung F: Monogamie
G: Krankheitsfall H: Ehrlichkeit

3. Gleiches Recht für alle 4. Urlaub
5. Zweifel?

  1. 5.1  als Ehefrau

  2. 5.2  als Geliebte

6. Zusammenfassung

Vorwort

Sie haben sich also umfassend mit Narzissmus beschäftigt und sich entschlossen, bei Ihrem Narzissten zu bleiben. Entgegen jeglicher Vernunft, trotz untragbaren seelischem Leid, trotz aller Verletzungen. Entgegen aller Gespräche, guten Ratschlägen, psychologischen Beratungen. Sie wollen Ihren Narzissten behalten, ihn lieben, alles für ihn tun. Sie sind an einem Punkt angelangt, wo Sie die Entscheidung getroffen haben, dass Sie lieber tot als ohne ihn wären, dass Sie es „schaffen“ können, ihn zu bekehren, die Hoffnung haben, dass er Sie ERKENNT und schließlich eine richtige Beziehung in Verbundenheit und Liebe zu Ihnen führen können wird.

Dann hüllen Sie sich in Ihre Kuscheldecke und lesen Sie meine Zeilen. Ich schreibe teils aus eigener Erfahrung und teils aus unzähligen Gesprächen mit Freundinnen und einer Diplompsychologin, was konkret Sie tun können, dass er sich wohlfühlt und Sie nie verlässt. Denn davor haben Sie große Angst. Verlassen zu werden von ihm, weil Sie glauben, ohne ihn nicht weiterleben zu können. Angst davor, nicht mehr atmen, nicht mehr schlafen, nie mehr lieben zu

können. Angst vor der Sinnlosigkeit des Lebens, wenn er sich bei Ihnen nicht mehr meldet, wenn er Sie ignoriert, wenn er mit anderen Frauen ein „tolles Leben“ beginnt und Sie vergisst. Ihre Gedanken drehen sich nur noch um ihn, alles andere ist Ihnen egal. Sie haben sich aufgegeben, sich verraten und verkauft an ihn und jetzt wollen Sie Ihren „Lohn“. Er soll erkennen, dass Sie die eine, die RICHTIGE für ihn sind und dafür wollen Sie alles tun. Geduldig sein, anders als die anderen Frauen, die ihn nie verstanden haben. Sie wollen unterwürfig sein, sich anpassen, Ihre Wünsche und Träume verleugnen oder aufgeben für ein Leben an seiner Seite. Egal ob Sie seine Affäre sind oder seine Ehefrau, Freundin plus, Geliebte Nr. 1, 2 ,3 ,... Die Realität ist Ihnen so fremd geworden wie Sie sich selbst, aber Ihre Gedanken und vor allen Ihr Gefühl sagt Ihnen ununterbrochen, dass Sie einen Weg finden müssen, ihn an sich zu binden, ihn unter keinen Umständen zu verlieren.

Lehnen Sie sich zurück, denn Sie können beim Lesen ausnahmsweise entspannen, da ihr Leben sonst alles andere als entspannt sein kann. Die Destruktivität des Narzissmus schließt Entspannung aus. Also lesen Sie in Ruhe, schließlich beschäftigen Sie sich mit ihm. Und das ist Ihr Lebensinhalt.

1. Respektieren Sie jede vorstellbare und unvorstellbare Grenze Ihres Narzissten

In Beziehungen ist es angenehm und gemütlich, wenn sich Geben und Nehmen die Waage halten. Jeder kann sich verwirklichen, seine Wünsche und Träume erfüllen und zufrieden sein.
Nicht so mit einem Narzissten. Machen Sie sich nichts vor und kämpfen Sie nicht gegen Windmühlen. Sie würden diesen Kampf sowieso verlieren. Machen Sie sich stattdessen klar, dass Sie geben und Ihr Narzisst nimmt.
In einer narzisstischen Beziehung ist das der Ausgleich. Ganz einfach – Sie geben, er nimmt. Umso schneller Sie sich damit abfinden, umso weniger Sie dagegen angehen, umso besser läuft die Beziehung mit ihm, denn anders läuft gar nichts.

Erklären Sie sich ihm nicht, versuchen Sie nicht, ihm etwas klarzumachen. Es wird Sie unendlich Kraft kosten und zum Ziel kommen Sie nie. Verinnerlichen Sie meine Worte und denken Sie nie wieder darüber nach, ob er nicht doch auch mal dieses... ob er nicht merken müsste, dass .... ob er nicht doch mal jenes... usw. tun könnte.

Alles Zeitverschwendung, denn er gibt den Ton an, nachdem er Sie eingelullt hat, Sie verführte, sich Ihnen als den Traummann schlechthin präsentierte, Ihnen eine Wahnsinnsliebelei vorgespielt hat im 1. Akt. Jetzt ist die Luft raus, jetzt geht’s andersrum, jetzt wird die Maske für die Next gut

verpackt aufbewahrt. Sie hatten Ihre schöne Zeit mit ihm, das war ́s. Ab jetzt geht es steil bergab und nie wieder werden Sie sich so gut fühlen wie in der Zeit des Kennenlernens. Es ist ein eingespielter Tanz, wenn die Beziehung zu Ihrem Narzissten „laufen“ soll. Lassen Sie ihn führen, sonst stolpern Sie über Ihre eigenen Beine. Eine neue Choreographie? Neue Tanzschritte? Dem Leben angepasst, mal ausgefallene Tänze wagen? Nein!

Nicht mit ihm und ihn wollen Sie doch glücklich machen, oder? Also keine Experimente.
Lassen Sie Ihre Freundin reden, die Eltern schimpfen, Ihre Bekannten den Kopf schütteln. Sie wollen ihn – also zahlen Sie den Preis für seine Gesellschaft. Ganz gleich wie hoch er sein mag. 

Interview mit einem Narzissten

Interview mit einem Narzissten

Vorwort:

Herzlich Willkommen, meine lieben Leserinnen und Leser, zu meinem aktuellen Buch
„Interview mit einem Narzissten“. Ich bedanke mich bei Ihnen für die zahlreichen Dankesschreiben zu meinem letzten Buch „Wie werde ich erfolgreiche Co-
Narzisstin“ und hoffe, dass ich Ihre Fragen, die Sie zum Thema Narzissmus ansich sowie Fragen, die Sie an einen Narzissten haben, zufriedenstellend beantworten werde.

Die Vorarbeit hierfür war mega anstrengend, aber ich verspreche Ihnen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Mich berührt Ihr Engagement im Hinblick auf Ihre destruktiven Beziehungen, in denen der Schmerz die Basis bildet und nicht aus Ihrem jeweiligen Leben verschwinden will. Mich berührt die Hingabe an einen anderen Menschen, der es nicht wert sein kann und will, geliebt zu werden. Zumindest so, wie Sie die Liebe als solche verstehen. Ich werde deshalb gesondert darauf eingehen, dass Sie sich selbst in den Mittelpunkt Ihrer jeweiligen Beziehung stellen und reflektieren, was Sie dazu bringt, all Ihre Wünsche und Träume auf einen Menschen zu projizieren, der nichts anderes im Sinn hat, als sich dagegen zu wehren. Einerseits weil er nicht anders kann und andererseits, weil er es nicht anders will.

Ich versuche zu erklären, weshalb ein Narzisst immer lügt und dies selbst nicht erkennt. Die Wahrheit, die Sie kennen und meinen, hat nichts mit der Wahrheit zu tun, die ein Narzisst meint. Sie werden sehen, dass es keinen Sinn macht, an jemandem emotional festzuhalten, der nicht lieben kann. Und Sie werden erkennen, dass Sie einen Spiegel suchten, weil Ihre eigenen Defizite im emotionalen, geistigen und/oder körperlichen Bereich enorm groß waren, als Sie IHN trafen. Der Narzisst kann nicht „riechen“ wer Sie sind und ob er Sie als Bedürfniserfüller benutzen kann, wenn er Sie trifft. Er legt sozusagen einen Köder aus und wenn Sie ihn schlucken, sind Sie erledigt. Dann weiß er, dass Sie ein gutes Objekt für ihn sind und fordert Sie zum „Tanz“ auf.

Er spiegelt bis ins kleinste Detail Ihre Wünsche und Sie sind sich sicher, den Hauptgewinn gezogen zu haben
mit diesem Mann.
Doch er ist nur ein Spiegel Ihrer Person. Die Bestätigung, die Sie erhalten, dient ihm dazu, Sie später besser missbrauchen zu können, um sich selbst zu erhöhen, um Sie dazu zu bekommen, seine Wünsche und Ziele zu erfüllen, nicht Ihre. Es spielt keine Rolle, wer Sie wirklich sind, denn Sie sind sein Objekt. Wenn Sie nicht funktionieren, werden Sie bestraft, gedemütigt und letztlich ausgetauscht.

An dieser Stelle möchte ich einfügen, dass ich das erste Buch und meine Website eher für Frauen geschrieben habe, da ich hier anhand meiner Freundin Susanne einen sehr tiefen Einblick in die narzisstische Zerstörung gewinnen konnte. Unter den Zuschriften allerdings waren einige Männer, die eine narzisstische Partnerin hatten oder haben. Selbstverständlich gibt es auch narzisstische Frauen, wo das Ausmaß an Schmerz und seelischer Gewalt in Beziehungen nicht minder schwer ist. Meine lieben Leser, in diesem Sinne, drehen Sie für sich die Geschlechterform einfach um.

Mit Liebe hat das nichts zu tun. Rein gar nichts! Mein Ziel ist es, dass Sie am Ende dieses Buches erkennen, dass diese Liebe, die Sie meinen zu empfinden, ebenso wenig mit Liebe zu tun hat, wie sein Gefühl. Ihr Narzisst zeigt Ihnen lediglich Ihre eigenen Mängel, Ihre Defizite. Sie müssen unbedingt begreifen, dass kein anderer Mensch jemals in der Lage sein kann und wird, Sie glücklich zu machen. Dieser Gedanke macht Angst, er schmerzt, er bringt einen um den Verstand, aber die Realität ist eine mächtige Waffe. Lassen Sie sich gesagt sein, dass jedes Schreckbild verschwindet, wenn man es fest ins Auge fasst. Ich bitte Sie jetzt, allen Mut zusammenzunehmen und mit mir der ungeschminkten Wahrheit ins Auge zu sehen.

Ihre Angela

Inhaltsverzeichnis:

Kapitel 1: Was ist Narzissmus?

Kapitel2: Kennenlernphase

Kapitel 3: Verwirrung

Kapitel 4: Stillstand

Kapitel 5: Chaos

Kapitel 6: Erkennen

Kapitel 7: Gehen oder bleiben?

Kapitel 1: Was ist Narzissmus?

Narzissmus steht für die Selbstverliebtheit eines Menschen. Nicht für Selbstliebe. Bitte den Unterschied zu beachten!
Gemeint ist eine übertriebene Selbstbezogenheit, die einhergeht mit grenzenlosem Egoismus und Egozentrismus der jeweiligen Person. Diese Menschen befassen sich ausschließlich mit sich selbst und interessieren sich nicht für andere. Auffällig gieren sie nach Bewunderung durch andere, was sie zu genialen Manipulatoren macht. Kritik durch andere Menschen finden sie vernichtend für sich selbst, weil sie kein eigenes, gesundes Selbstwertgefühl besitzen. Deshalb haben sie eine überzogene Anspruchshaltung. Die Empfindlichkeit der eigenen Person auf der einen Seite, steht im krassen Widerspruch zur völligen Empathielosigkeit auf der anderen.
Zusammengefasst heißt das, dass ein Narzisst die eigene Person völlig überbewertet und alle anderen abwertet. Nichts und niemand ist so gut wie der Narzisst und wenn es jemand wagt, daran zu rütteln
und sei es auch nur durch konstruktive Kritik wird er niedergemacht.
An folgenden Merkmalen lässt sich grob einschätzen, ob man es mit einem Narzissten zu tun
hat:

.Mangel an Empathie/Einfühlungsvermögen .Übertreibungen, Lügen, Täuschung/Selbsttäuschung

.unfähig, mit Kritik oder/oder Zurückweisung umzugehen

.Ausbeutung, Manipulation, Missbrauch (seelisch/evtl. körperlich)

Die oben aufgeführten Punkte müssen miteinander korrelieren. Das heißt, dass ein Egoist
nicht gleichzeitig narzisstisch sein muss. Ein Egoist, der
ebenfalls nur sich selbst im Blick hat und „über Leichen“ geht, um seine eigenen Ziele zu erreichen, schert sich nicht darum, ob andere ihn kritisieren oder zurückweisen. Es kümmert ihn nicht, was andere von ihm halten. Das ist ihm schlichtweg egal, wenn er nur Nutzen aus der jeweiligen Verbindung ziehen kann.

Der Narzisst dagegen ist in jedem Fall egoistisch. Nur hier ist ein auffälliger Mangel an Kritikfähigkeit gegeben. Zurückweisung und Kritik ist für einen Narzissten wie
ein Todesstoß seiner Person. Er muss und er wird sich

mit allem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen jede Art von Kritik wehren. Manchmal nicht sofort, manchmal subtil, verdeckt und manchmal auch direkt. Kritik und Zurückweisung empfindet er als vernichtend, als nicht hinnehmbar, von wem auch immer.

Durch die Selbsttäuschung, die einer NPS (narzisstischen Persönlichkeitsstörung) u.a. zugrunde liegt, gepaart mit einer fast einhundertprozentigen Empathielosigkeit , kann der Narzisst nicht sehen, ob Kritik eventuell konstruktiv gemeint ist, vielleicht sogar wohlwollend. Er hört nur, dass er nicht gut genug war, Schuld hatte, einen Fehler gemacht hat und schon schnellt sein Puls von Null auf zweihundert, der Magen rebelliert, die Halsschlagader tritt hervor und Abwehr gegen den Kritiker (wer auch immer das Gegenüber ist) macht sich in jeder Faser seines Körpers und in seinem Kopf breit. An diesem Punkt ist ein Gespräch zwecklos, die narzisstische Wunde liegt frei. Mitunter wird durch den Narzissten mit einer solchen Wucht „zurückgeschlagen“, die jeglicher Grundlage einer Verhältnismäßigkeit entbehrt. Manchmal jedoch, wenn der Narzisst sich

noch nicht in der Position wähnt, das Gesicht zu verlieren, schluckt er für den Moment die Ungeheuerlichkeit, die ihm gerade entgegenschlug, aber er vergisst sie nie. Zu gegebener Zeit wird er sich rächen. Verlassen Sie sich darauf!

Ein Narzisst ist ein Meister der Täuschung. Er täuscht nicht nur die andere Person, sondern auch sich selbst. Dieses Merkmal ist eng verbunden mit seinen haltlosen Lügen. Ein Mensch mit einer NPS wird alles daran setzen, vor anderen als der Held, der Beste, die perfekte Persönlichkeit dazustehen. Die Facetten dafür sind vielfältig. Dies kann sowohl der Anzugträger, der immer gestylt ist und ein charmantes Benehmen an den Tag legt sein, als auch der linkische Mann, immer etwas zerstreut, die Hose auf der Hüfte tragend, der Mitleid erregt, aber doch so süß ist. Der Mann, der durch seine Unzulänglichkeiten Zugang in das Herz der jeweiligen Frau erlangt. Abstufungen dazwischen gibt es in allen Farben. Doch niemals ist er der Mann, mit dem Sie es zu tun zu haben glauben. Alles ist inszeniert, um an Ihre Emotionen zu kommen oder was auch immer er sich von Ihnen verspricht. Er ist ein Schauspieler erster Güte und scheut sich nicht, die beste Show abzuliefern, die den größten Applaus einbringt. Dass er nicht der ist, der er vorgibt zu sein, verbirgt er auch vor sich selbst. Denn der Zugang zu seinem wahren Ich ist verschüttet, aus welchen Gründen auch immer. Man geht davon aus, dass zu 49% die Genetik verantwortlich dafür ist. Desweiteren geht die Wissenschaft davon aus, dass dieser Mensch in der Kindheit entweder dramatische Erfahrungen gemacht hat oder aber zu sehr verwöhnt wurde durch seine Bezugspersonen. Es gibt auch Literatur dazu, die besagt, dass Narzissmus ausgelöst werden kann durch eine furchtbare Beziehung in der Vergangenheit. Was auch immer der Grund für diese Störung ist, Sie können nicht in sein Herz gelangen oder gar in seine Seele. Sie erreichen ihn nicht, egal was Sie tun. Der Zugang ist versperrt für Sie und für ihn. 

Das war eben knapp daneben

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1:   Was ist mit Selbstwertgefühl gemeint?

Kapitel 2:   Warum bin ich mir selbst zu wenig wert?

Kapitel 3:   Gibt es Wege, zu einem gesunden Selbstwertgefühl zu gelangen?

Kapitel 4:   Wie erkenne ich, ob mein Gegenüber über ein gesundes Selbstwertgefühl verfügt?

Kapitel 5:   Kann ich ohne ein gesundes Selbstwertgefühl glücklich werden 

In den nachfolgenden Kapiteln versuche ich zu beschreiben, wie man mit einer neuen Lebensphilosophie (d.h. die Einstellung zu den Dingen und zu sich selbst) den Selbstwert dauerhaft stabilisiert bwz. überhaupt zu einem positiven Selbst gelangt.

Sicherlich liegt dieses überaus wichtige Gefühl für uns selbst tief in jedem Menschen verborgen. Die Kindheit, die Bezugspersonen von damals, die Beziehungen, die wir mit Menschen eingingen in der Vergangenheit spielen dafür eine entscheidende Rolle. Meist hat man keinen Zugriff auf das eigene Unterbewusstsein und versteht daher schlecht Zusammenhänge für das eigene Handeln. 

Warum zieht mich dieser Mensch an, obwohl er mir doch schadet?

Weshalb gerate ich immer an die falschen Personen?

Wer bin ich wirklich?

Habe ich einfach immer nur Pech in Beziehungen/im Job usw.?

Fragen über Fragen, die natürlich nicht explizit in einem Buch geklärt werden können.

Die Vergangenheit ist wichtig, überhaupt zu VERSTEHEN, aber die Gegenwart ist wichtiger und die daraus entstehende Zukunft.

Welche Entscheidungen treffe ich heute? Was entsteht morgen daraus? Werde ich doch noch glücklich? Nur wie?

Die Schwierigkeit besteht darin, dass man sich mitunter an die Auslöser, die zu einem niedrigen Selbstwertgefühl geführt haben, nicht erinnert. Man kann in der Gegenwart mache Tatsachen, wenn sie einem bewusst sind, nur noch hinnehmen, aber… man kann daran arbeiten, damit die Zukunft besser wird.

Mit einer neuen Einstellung zu den Dingen und zu mir selbst, gelingt ohne Zweifel genau das,

was Sie so unbedingt brauchen, um glücklich zu werden und zufrieden zu sein.

EIN GESUNDES SELBSTWERTGEFÜHL!

Kapitel 1: Was ist mit Selbstwertgefühl gemeint?

Selbstwert ist der Wert, den sich eine Person selbst beimisst. Die Meinung, die man von sich selber hat. Was denken Sie bei folgenden Fragen?

. Bin ich ein guter/schlechter Mensch?

. Bin ich ehrlich?

. Rücken Sie sich in ein besseres Licht, um fremden Menschen zu gefallen?

(Tun Sie das immer oder nur bei bestimmten Personen/Situationen?)

. Bin ich hilfsbereit?

. Bin ich fleißig und ordentlich?

. Kann ich gut allein sein?

. Können sich andere auf mich verlassen?

. Weshalb bin ich für andere da?

. Bin ich selbstlos?

. Bin ich egoistisch?

. Kann/will ich anderen vertrauen?

. Kann man mir vertrauen?

. Bin ich der wichtigste Mensch in meinem Leben?

. Liebe ich mich?

. Liebe ich andere Menschen aufrichtig?

. Bin ich manipulativ?

. Will ich mehr darstellen, als ich bin?

. Bin ich ein angenehmer Gesprächspartner?

. Andere Menschen sagen, ich sei anstrengend. Warum merke ich davon nichts?

. Haben Sie sich jemals die Zeit genommen, über all die Fragen nachzudenken?

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Sie soll eine Anregung sein, in sich hinein zu spüren.

Gehen Sie solchen Fragen lieber aus dem Weg? Wenn ja – warum? Was empfinden Sie, wenn Sie sich mit sich selbst auseinandersetzen? Brechen Sie diese Gedanken sofort ab? Werden Sie melancholisch? Versinken Sie in Selbstmitleid? Werden Sie wütend, weil Sie glauben, dass Ihr Leben besser wäre, wenn die anderen nicht solch emotionale Nieten wären? Oder denken Sie, wenn andere mehr auf Sie eingingen, wären Sie glücklicher? Wenn Sie sich besser durchsetzen könnten, wären Sie erfolgreicher? Denken Sie oft, dass andere Menschen schuld an Ihrem Unglück sind? An Ihrem Unwohlsein? An Ihren Zweifeln?

Schieben Sie alles aufs Schicksal? Oder Karma? Wie würden Sie empfinden, wenn Sie zwei Wochen mit sich allein sein müssten? In einem Kloster beispielsweise – ohne Kontakt zur Außenwelt. Ohne Handy, ohne Fernseher, ohne Luxus. Bekommen Sie Panik allein bei diesem Gedanken oder gar Sehnsucht nach Ruhe und Frieden? Wären Sie aufgeregt, wenn Sie für eine solche Erfahrung morgen die Koffer packen würden? Hätten Sie Angst davor, dass Sie mit sich nichts anzufangen wüssten? Dass alle negativen Gedanken an die Oberfläche kämen, denen Sie so geschickt ausgewichen sind bislang? Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und malen sich aus, was Sie empfinden würden, wenn Sie plötzlich auf sich selbst zurückgeworfen würden. Würden Ihre Gedanken Sie umbringen?  

Brechen Sie bereits an dieser Stelle ab, überhaupt darüber nachzudenken oder überschlagen sich Ihre Gedanken?

Die Erkenntnis, dass Sie auf der Suche nach Glück auf sich selbst gestellt sind, wirkt befreiend, wenn Sie unabhängig sind oder erdrückend, wenn Sie abhängig sind.

Wenn Sie mutig genug sind, dann machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer momentanen Situation. Können Sie folgende Fragen eindeutig beantworten?

Bin ich von anderen Menschen abhängig, um glücklich zu sein? 

Davon wie mich andere behandeln, wie mich andere sehen, wie andere mit mir umgehen? Wirft es mich aus der Bahn, wenn mich mein Freund verlässt? 

Wenn sich mein Mann von mir trennt? 

Wenn mich ein anderer Mensch verrät, dem ich vertraut habe?

Wenn Sie eindeutig mit JA auf diese Fragen antworten, dann haben Sie ein niedriges Selbstwertgefühl. Keine Sorge, denn damit sind Sie nicht allein. Die meisten Menschen sehnen sich danach, Bestätigung von außen zu bekommen. Nur wenige kommen gut damit zurecht, wenn sie abgelehnt, verlassen oder verraten werden. Diese wenigen Menschen ziehen Energie und Lebensmut aus sich selbst. Sie sind auch traurig, wenn sie einen Verlust erleiden, aber es wirft sie nicht aus der Bahn. Sie haben eine sehr gesunde Einstellung sich selbst gegenüber, wissen was sie können und wissen ebenso um ihre Schwächen. Die Schwächen verbergen sie nicht, sie sind authentisch und nehmen sich so an, wie sie sind.

Die meisten Menschen verbergen ihre Schwächen vor anderen und oft sogar vor sich selbst. Sie kennen sich selbst nicht besonders gut und gehen  aus diesem Grund Verbindungen ein, die ihnen nicht guttun. Später ist hier das Leid und der Schmerz über einen Verlust immens groß. 

Der Schlüssel für ein glückliches, kraftvolles, zufriedenes Leben ist die eigene Einstellung zu den Dingen – die LEBENSPHILOSOPHIE!

In sämtlichen Ratgebern steht geschrieben, was man alles tun oder lassen kann, um das Selbstwertgefühl zu stärken oder aufzubauen. Das ist auch alles richtig, aber es ändert nichts an der Grundeinstellung zu den Dingen im außen. Während oder nach einer Krise kann man aus solchen Ratgebern natürlich Wissen beziehen und anwenden, um die jeweilige Situation erträglicher zu gestalten. Aber wenn man in der Vergangenheit immer wieder in Situationen geriet, die Schmerz und Leid durch Verlust nach sich zogen, sollte man die Grundlage seiner Gedanken angehen, um überhaupt nicht erst wieder in eine Lebenskrise zu geraten.

Dazu ist es unbedingt notwendig, sich Zeit zu nehmen, um über sich selbst, seine eigene Einstellung, seine eigene Lebensphilosophie nachzudenken und diese zu korrigieren. Schafft man es, gnadenlos ehrlich zu sich selbst zu sein, wird die Änderung der eigenen Gedanken eine andere Lebensphilosophie nach sich ziehen und damit den Selbstwert automatisch steigern.  

Das geschieht nicht nur durch positives Denken. Ich kann mir nicht nur „einreden“, dass ich gut bin, so wie ich bin. Der kleinste Windhauch würde dieses Gerüst zum Einsturz bringen.

Man kann nicht positiv denken, wenn man negativ eingestellt ist. Man kann sich Leichtigkeit und Freude nicht herbeireden, weil es langfristig nicht funktioniert. 

Lassen Sie uns gemeinsam Ihre innere Einstellung zu den Dingen, den Personen um Sie herum, analysieren.

Wie empfinden Sie, wenn Sie einen fremden Menschen kennenlernen, der Ihnen gut gefällt?

Was ist Ihr erster Gedanke? Wollen Sie dieser Person gefallen, weil Sie Ihnen gefällt? Neigen Sie dazu, etwas in die

Lass ihn gehen!

Zitat:

„Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib Acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist“.

-Autor unbekannt- 

Vorwort:

Ohne unbedingt darauf einzugehen, ob der Mann Ihrer Träume ein Narzisst, ein Egoist, ein Lügner, ein Betrüger, ein Idiot oder einfach ein Mann ohne Charakter ist, möchte ich versuchen, Ihnen zu zeigen, dass das Wort LOSLASSEN nicht so beängstigend ist, wie es vielleicht klingt.

Sie haben sich auf ein Leben mit IHM gefreut?

Alles begann wie im  Märchen?

Er ist der Fels in Ihrer Brandung?

Ohne ihn ist alles sinnlos?

Nie wieder werden Sie einem so wertvollen Menschen begegnen?

Sie werden nie jemand anderen so lieben können?

Sex ist nur mit ihm schön?

Er verkörpert alles, was Sie sich an einem Mann vorstellen können?

Sie wollen ihn nicht gehen lassen?

Nicht loslassen?

Kämpfen?

Er hat Sie sogar geheiratet und Kinder mit Ihnen?

Und ein Haus im Grünen?

Finanziell bietet er Ihnen alles, wovon Sie vor ihm nur träumen konnten?

Oder spielt er so gut Gitarre und komponierte Songs für Sie?

Er ist Ihr Märchenprinz?

Niemand reicht an ihn heran? An seine Intelligenz/seine Ausstrahlung/seinen Wert?

Und dennoch hat er Sie verlassen! Ohne Grund, wie Sie finden? Einfach so? Oder wegen einer anderen Frau?  

Er hat Ihnen unmissverständlich klargemacht, dass es aus ist und er nicht wiederkommt?

Oder hält er Sie hin, äußert sich nicht eindeutig? Ruft Sie immer noch an und ist so nett am Telefon? Redet davon, dass er Zeit braucht und nicht wisse, wie lange? Loslassen erscheint Ihnen wie Hohn und Spott? Es ist das letzte, woran Sie denken. Stattdessen bombardieren Sie ihn mit Mails, mit Anrufen oder belagern ihn nach Dienstschluss? Sie wollen kämpfen, weil Sie ihn zurückhaben wollen? Mit allen Mitteln? Und – es klappt nicht?

Stattdessen fühlen Sie sich von Tag zu Tag schlechter und kleiner. Ihre Würde, Ihr letztes bisschen Stolz haben Sie längst für ihn über Bord geworden? Schließlich ist er ja Ihr Traummann! Der Zweck heiligt die Mittel, oder nicht? Sie gehen bis zum äußersten, können Ihre Wut, die den Schmerz ab und an ablöst, nicht mehr kontrollieren, tun Dinge, die jeder guten Erziehung und Wertevorstellung widersprechen, denn Sie handeln ja aus „LIEBE“?

Ihr Umfeld sieht Sie inzwischen am liebsten von hinten. Einige schauen betreten nach unten, wenn Sie sich heute in Hasstiraden über das abhanden gekommene Arschloch auslassen, während Sie gestern noch unter Tränen erzählten, dass Sie sich umbringen werden, wenn ER nicht zurückkommt, andere wenden sich komplett von Ihnen ab. Sie leiden, Sie wüten, Sie toben, Sie weinen, Sie flehen, Sie betteln, Sie schreien, Sie verzweifeln, aber 

Sie lassen einfach nicht los!

Ich möchte Sie einladen zu erkennen, dass dieser Ausnahmezustand, den Sie durchleben, nichts weiter ist, als ein Ausnahmezustand! Und wie jeder Zustand im Leben, geht auch dieser vorbei. Mit und ohne Würde, mit und ohne Hass, mit und ohne, dass Sie das Leben Ihrer „großen Liebe“ aus blinder Wut zerstören. 

Halten Sie kurz inne, entspannen Sie und gönnen sich in den folgenden Kapiteln einen kleinen Einblick in Ihren Geist und Ihre Seele. Dieser Blick auf sich selbst, wird den Blick auf die Welt im außen beeinflussen und verändern, wenn Sie es zulassen. 

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1  Grundlagen

Kapitel 2  Ich kann nicht loslassen

           2.1.   Er ist vergeben

           2.2.   Er hat eine Geliebte

Kapitel 3  Lass ihn los

Kapitel 4  Beispiele

 A                Wie komme ich dahin, loslassen zu wollen?

 B                Warum bin ich mir sicher, dass ich nicht loslassen kann?

 C                Mache ich es ihm nicht zu einfach? Er verlässt mich und ich räume einfach

                   das Feld?

 D                Er hat mein Leben zerstört und jetzt soll ich ihn einfach ziehen lassen?

 E                Er verhält sich ambivalent. Erst verlässt er mich, dann will er zurück und

                   das regelmäßig

 F                Er verspricht mir, dass er mich nie wieder verlässt, wenn ich ihn jetzt 

                   zurücknehme

 G                Er verspricht mir, dass er mich nie wieder betrügt und belügt

Kapitel 5  Wenn ich nicht loslassen will

Kapitel 6  Was passiert, wenn ich nicht loslasse?

           6.1.  Als Geliebte

           6.2.  Als Ehefrau

Impressum

Kapitel 1: Grundlagen

„Überallhin, nur nicht hierher,

lassen Sie mich alles vergessen.

Dass ich gewesen bin,

erfinden Sie meine Vergangenheit,

geben Sie der Nacht einen Sinn.“

-Michel Houellebecq- aus Gestalt des letzten Ufers- 

Der tiefe Schmerz, der Sie zu zerreißen droht, weil Ihre Beziehung zu Ende ist, will nicht mehr aus Ihrem Leben weichen. Alles dreht sich darum, wie Sie Ihren Mann/Freund/Geliebten zurückbekommen. Ihren Alltag kriegen Sie nicht mehr geregelt oder nur mit einem Kraftakt, der für Sie kaum zu bewältigen ist. Der ehemalige Freundeskreis schrumpft zusammen, weil Menschen sich oft positionieren nach Trennungen. Eine „Hälfte“ bleibt an Ihrer Seite, die andere an seiner. Daran denken Sie zwar nicht vordergründig, aber diese Last gesellt sich  dem Trennungsschmerz hinzu. 

Eine irre Verzweiflung schleicht sich unaufhörlich an Sie heran – ständig, kraftvoll, grausam.

Das Alleinsein ist nicht auszuhalten, die Gedanken drehen sich im Kreis. Das Telefon bleibt stumm,  Ihr Postfach leer.

Stattdessen stürzen Sie sich, ohne Selbstschutz, ohne Netz und doppelten Boden, wie eine Wahnsinnige auf jede Information über IHN. Seine Freunde werden ausgefragt, sein Facebook-Account minütlich gestalkt, ebenso wie Instagram, Twitter und Co.

Sie suchen nach Details, nach Anhaltspunkten für alles Mögliche, die das Unvorstellbare (die Trennung von Ihnen) irgendwie erklären. Egal was er postet, wird analysiert, auf sich bezogen, gedanklich irgendwo einsortiert und das Karussell in Ihrem Kopf nimmt an Fahrt zu.

Es wird später und die Einsamkeit, die Sie spüren, schlimmer. Wie eine schwere Bleidecke legt sie sich auf Ihre Lunge, bis Sie meinen, nicht mehr atmen zu können.

Sie wählen seine Nummer, vielleicht zum hundertsten Mal, aber er geht nicht ran. Wie eine Besessene hinterlassen Sie Anrufe in Abwesenheit und irgendwelche Texte auf seiner Mailbox. Schmerz, Verlustangst, Wut und Trauer wechseln sich konstant ab. Die einzige Konstante in Ihrem jetzigen Leben. Unzählige sms werden verfasst, in denen Sie Ihre Liebe schwören und abwechselnd Ihrer Wut freien Lauf lassen.

Diese Aktivität nimmt Ihren Tag in Beschlag, Ihre Woche, den ganzen Monat, das komplette Jahr/mehrere Jahre und in manchen Fällen den Rest des eigenen Lebens.

Die Gedanken über den Schmerz dieser Trennung haben sich eingebrannt, füllen Ihr ganzes Denken und Tun aus, sind in Ihrem Alltag, bestimmen Ihr Wochenende und Ihre gesamte Freizeit. Sie nagen an Ihrer Familie, Ihren Freunden, an allen Personen, die mit Ihnen in Kontakt stehen. Sie verändern Sie nachhaltig. Aus einer lebenslustigen Frau ist eine verbitterte Hexe geworden, deren Leben von Hass- und Rachegedanken bestimmt ist oder

einer Frau, die eine weinerlich hilflose Klette verkörpert und alle um sich herum in die Flucht schlägt. 

Auf den Gedanken, endlich loszulassen, kommen Sie nicht mehr, denn inzwischen hat etwas von Ihnen Besitz ergriffen. Eine dunkle Macht, etwas, das Ihnen suggeriert, dass es dem Ex nicht besser gehen darf als Ihnen und er leiden soll, denn er hat Ihr Leben zerstört.

Diesen Gedanken hinterfragen Sie jetzt nicht einmal mehr, denn Sie sehen das Ergebnis.

Sie sind totunglücklich und er lebt einfach weiter – ohne Sie. Das lassen Sie nicht zu. Stattdessen kümmern Sie sich darum, dass Sie IHM möglichst sein Leben zur Hölle machen. 

Oft werden Kinder dazu missbraucht. Sei es, dass der Vater sie nicht mehr sehen darf oder die Kinder gegen den jeweils anderen Elternteil aufgehetzt werden. Teilweise wird der Ex-Mann finanziell geschröpft, verunglimpft, angezeigt, denunziert, verleumdet usw.

Und das alles unter dem Deckmantel der einst „großen Liebe“. Nach meinen umfangreichen Recherchen sieht so leider oft die Realität aus. In der Hoffnung, dass Sie rechtzeitig zu der Einsicht gelangen, dass das ganze Drama unter keinen Umständen zielführend ist, weder für Sie noch für ihn (und ganz sicher nicht für Ihre Kinder), möchte ich Ihnen einen Weg zeigen, mit einer solch verheerenden Situation würdevoll umzugehen.

Mir ist durchaus bewusst, dass jede einzelne Frau in einer Trennungssituation denkt, dass es gerade ihr selbst am schlechtesten geht. Sie denken, dass diese Verbindung, die nun nicht mehr bestehen soll, zwischen Ihnen und Ihrem Ex-Partner, die wertvollste, liebevollste, beste, ungewöhnlichste und tiefste Partnerschaft war, die die Welt je gesehen hat. Natürlich sind Sie der festen Überzeugung, einen solchen Mann, wie den, der Sie verlassen hat, nie wieder zu finden. Vielleicht sind Sie sogar sicher, dass er die einzige große Liebe und Ihr Seelenverwandter war und folglich können Sie nun nie wieder glücklich werden. 

Der Schlüssel zur Auflösung dieser Illusionen liegt genau da, wo Ihre Gedanken entstehen. Zunächst im Kopf! 

Sie sind überzeugt, dass es richtig ist, was Sie DENKEN! Unsere Gedanken entstehen, ob wir es wollen oder nicht,  

ABER

Narzissmus und der unendliche Schmerz des Partners

 Inhaltsverzeichnis:

Kapitel 1:      

Woran erkenne ich einen Narzissten? 

Kapitel 2:      

Warum kann ich mich nicht trennen, obwohl er mir so weh tut?

Kapitel 3:      

Können wir nach der Trennung Freunde bleiben?

Kapitel 4:      

Auszüge aus Emails zum Thema narzisstischer Beziehungen

Kapitel 5:      

Den Mechanismus in Bezug auf Narzissmus in der Partnerschaft verstehen

Kapitel 6:      

Kann ich wieder glücklich werden, wenn wir uns trennen?

Kapitel 7:      

Auszüge aus Emails an mich

Schlußwort

Vorwort

Dieses Buch entstand nach zahlreichen Recherchen um das Thema Narzissmus - Co-Narzissmus.

Es geht darum, den Mechanismus dahinter zu verstehen, weshalb Menschen andere anziehen, die eine Persönlichkeitsstörung aufweisen bzw. die ihnen nicht guttun.

Der tiefe Schmerz, den die Partner von Narzissten fühlen, ist schwer beschreibbar und schon gar nicht nachvollziehbar für Menschen, die nie in einer toxischen Beziehung waren. 

Die Begleiterscheinungen wie Isolation, Scham, Schuld, Schmach, Leere, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit usw., die während einer solchen Beziehung auftreten und nach Beendigung nicht verschwinden wollen, sondern sich mitunter noch verstärken, zeigen auf, dass sich die Partner von Narzissten selbst verloren haben. 

Sich wiederzufinden erscheint aussichtslos, aber es gibt diesen Weg.

Dieses Buch ist für Menschen geschrieben, die wirklich wissen wollen, weshalb sie so tief im Sumpf hängen und woran es liegen könnte, dass sie da sind, wo sie sind.

Es zeigt in aller Härte Ansatzpunkte auf, die einen Weg aus dem Chaos beschreiben. Dazu ist es unbedingt notwendig - gerade für den Komplementärnarzissten - an sich zu arbeiten, zu reflektieren und die Worte richtig zu verstehen.

Für Menschen, die noch zu tief verstrickt sind in ihrer Beziehung, könnte dieses Buch zu schonungslos verfasst worden sein. Es besteht die Gefahr, dass meine Worte falsch verstanden werden, weil vom Grundsatz her klar wird, dass Ihr Narzisst nur deshalb bei Ihnen landen konnte, weil Sie ihn dazu „einluden“.

Es besteht außerdem die Gefahr, dass Sie noch zu verletzt sind, um den Sinn dahinter zu erkennen und dass Sie sich deshalb durch die harten, hier aufgelisteten Tatsachen der Realität angegriffen fühlen könnten, was zu Ihrem eigenen Vorankommen völlig kontraproduktiv wäre. In einem solchen Fall wäre es besser, dieses Buch erst dann zu lesen, wenn Sie sich in der Lage fühlen, sich auf die Schliche zu kommen, sich selbst auf den Grund zu gehen.

Der Narzisst soll keineswegs in Schutz genommen und der Co nicht leichtsinnig dargestellt werden. In der Hoffnung, dass Sie - liebe Leserinnen und Leser - mich richtig verstehen und erkennen, welche Bühne Sie betraten, als der Narzisst in Ihr Leben kam, lade ich Sie ein, daran zu wachsen und sich zu befreien 

Herzlichst Ihre Angela

Kapitel 1:      

Woran erkenne ich einen Narzissten?

Lt. Wikipedia wird Narzissmus folgendermaßen definiert:

Der Ausdruck Narzissmus steht alltagspsychologisch und umgangssprachlich im weitesten Sinne für die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen, der sich für wichtiger und wertvoller einschätzt, als urteilende Beobachter ihn einschätzen. Ein Narzisst ist umgangssprachlich darüber hinaus jemand, der stark auf sich selbst bezogen ist und anderen Menschen zu wenig Beachtung schenkt. Der umgangssprachliche Gebrauch des Wortes „Narzissmus“ schließt meist ein negatives moralisches Werturteil über die mit dem Ausdruck belegte Person ein.

Knapp zusammengefasst beinhaltet diese Definition alles, was man wissen muss, wenn man Menschen kennenlernt. Wenn es so einfach wäre, gäbe es sicher keine ungesunden Beziehungen, denn ein Narzisst ist in erster Linie einmal ein Mensch. 

Ein Mensch, der lt. Wissenschaft teilweise durch Genetik so beschaffen ist, oftmals jedoch durch seine Erziehung in den ersten Lebensjahren sowie durch spätere schlechte Erfahrungen „gelernt“ hat, seine Gefühle im Innersten abzuspalten, um selbst zu überleben.

Wenn man sich kurz vor Augen führt, dass Ihr „Narzisst“, der Ihnen so viel Leid und Schmerz beschert, selbst einmal in einer solch ausweglosen Situation war, die es ihm unmöglich machte, weiterhin Gefühle zuzulassen, nimmt man dem Schrecken ein wenig die Macht.

Dies soll keineswegs eine Entschuldigung dafür sein, dass es irgendetwas gibt, was ein würdeloses Verhalten Ihnen gegenüber rechtfertigt - von wem auch immer. Ich bitte Sie eingangs nur darum, völlig wertfrei (wenn möglich) die andere „Seite“ sehen zu können. Zu verstehen, weshalb eine andere Person offenbar gefühllos und grausam sein kann.

Der Einfachheit halber schreibe ich dieses Buch aus der Sicht einer Frau, selbstverständlich sind narzisstische Tendenzen geschlechtsneutral. Immer öfter erreichen mich Emails von Männern, deren Psyche durch eine destruktive Beziehung stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Herr Dr. Haller sei an dieser Stelle noch erwähnt bei der „Identifikation“ eines Narzissten. Er nennt Eigenschaften, die er unter den bekannten 4 E´s aufzählt:

  1. Egozentrismus
  2. Empathiemangel
  3. Empfindlichkeit
  4. Entwertung

Diese Eigenschaften stehen - wie man sofort erkennt - vollkommen konträr zu einer Partnerschaft. Ein liebevoller Mann ist nicht egozentrisch, kann sich in seine Freundin/Frau einfühlen und nimmt deshalb Rücksicht auf sie, er reagiert nicht überempfindlich, wenn sie konstruktiv mit ihm diskutiert, sondern er hört ihr zu und geht auf das Gesagte ein. 

Seinen Partner zu entwerten, dient der Destabilisierung und Verunsicherung und zerstört dessen Seele. Es steht außer Frage, dass die o.g. Eigenschaften/Charakterzüge das Vertrauen in eine Partnerschaft/Freundschaft zerstören bzw. erheblich belasten.

Wie erkennen Sie nun einen Narzissten?

Auf den ersten Blick leider gar nicht!!! 

Gerade Narzissten sind oftmals überaus charmant in der Kennenlernphase. Sie sind witzig, aufgeschlossen, erscheinen vertrauenswürdig, liebevoll, charismatisch und dafür tun sie auch alles. Ein Narzisst ist der perfekte Verführer. Zu Beginn gibt er so richtig Gas. Er ist der beste Zuhörer, den Sie je hatten, hat meist ein gutes Allgemeinwissen (und wenn nicht, informiert er sich eben über Themen, die Frauen interessieren und kann so überall mit quatschen). Ein solcher Mann versteht es, Sie zu unterhalten, zum Lachen zu bringen, sie zu verwöhnen, Ihnen die Sterne vom Himmel zu holen und rundum ein gutes Gefühl zu geben. Ein Gefühl, dass Sie endlich Ihren Traummann gefunden haben. 

Warum er das so gut kann?  

Weil er Sie spiegelt! 

Spiegeln heißt, dass der gute „Zuhörer“ Ihnen nur aus einem Grund so gut zuhört - er will wissen, wo Ihre Schwachstellen liegen. Deshalb fragt er Sie gezielt und bewußt aus. Das ist kein Interesse an Ihrer Person, sondern ein Interesse daran, was Sie imstande sind, ihm später zu geben! 

Genauso findet er in Windeseile Ihre Stärken heraus und checkt für sich ab, ob er damit leben kann und will. Sind Sie eine zu starke Persönlichkeit, wird er sich eventuell nach einem grandiosen Abend nie wieder bei Ihnen melden. Sie zerbrechen sich den Kopf, warum der tolle Typ abgetaucht ist, warum er sich nie wieder gemeldet hat, warum er nicht auf Ihre SMS antwortete. 

Tja, möglicherweise haben sie gerade ein Wahnsinnsglück gehabt und haben sich eine Erfahrung erspart, die Ihre Seele hätte zerbrechen lassen können.

Sie haben in dem Fall schlicht und ergreifend nicht unterwürfig genug oder einfach zu selbstbewusst auf seine Fragen reagiert. Vielleicht waren Sie super gut drauf und haben mal ein Späßchen auf seine Kosten gemacht? Wer weiß. Einem Narzissten jedenfalls schmecken solche Frechheiten nicht und er wird sich damit nicht „aufhalten“, eine zu schwer „erziehbare“ Frau weiter zu daten.

(Eine Ausnahme hierbei stellt die Affärenfrau dar.) 

Wenn der Narzisst fest gebunden ist und zuhause bereits eine Frau hat, die unterwürfig und schwach genug ist, dass er seine destruktive Seite in aller Form ausleben kann, stellt eine „freche und spritzige“ Frau mit einem losen Mundwerk eine große Herausforderung für ihn dar. 

So kann er in Sicherheit, die er bereits zuhause hat, schauen, ob er diese erotische Frau hier „knacken“ kann. In seiner Euphorie zieht er gnadenlos durch und gibt den Charmeur vor dem Herrn. 

Haben Sie mit einem solchen Exemplar noch keinerlei Erfahrungen gesammelt und wissen vielleicht über Narzissmus nichts, als dass es diesen Begriff im Lexikon gibt, dann werden sie nicht erkennen, WEN Sie da vor sich haben. Sie werden begeistert sein von diesem Halbgott, der wortgewandt und weltmännisch das Ruder übernimmt und denken, dass Sie endlich jemanden gefunden haben, der mit Ihnen auf einer Welle ist.

Möglicherweise ist Ihnen Ihr letzter Kandidat noch gut in Erinnerung, der schüchtern in der Ecke saß und Sie anhimmelte, aber nie wusste, wie man eine tolle Frau wie Sie unterhält. Oder der davor, der scheinbar Angst vor Ihnen hatte, weil Sie eben eine so starke Frau sind. Und der davor war so langweilig, dass Sie glaubten neben ihm einzuschlafen und irgendwann nicht mehr aufzuwachen. Waren ja allesamt nette aufmerksame Männer, aber dieses irre Gefühl wie ER hier, konnte noch keiner in Ihnen auslösen.

Wenn das so ist, dann schalten Sie die Alarmanlage nicht aus, sondern überprüfen Sie, ob sie noch TÜV hat und gut funktioniert!

Da es so immens schwer ist, zu Beginn des Kennenlernens jemanden wirklich richtig einschätzen zu können, kann man an einem Narzissten nur „vorbei kommen“, wenn man sich Zeit lässt!

Viel Zeit! Damit meine ich ca. 3 Jahre Zeit! Die Kennenlernphase kann nicht lange genug dauern und genau hier liegt der Hase im Pfeffer.

Der Narzisst braucht diese Zeit nicht, denn er hat einen Plan. Er braucht ein Objekt zur Versorgung seiner Selbst mit Emotionen, Energie, Sex, Geld oder was es auch sein mag. Er weiß genau, was er braucht und danach sucht er sich die richtige Frau aus. Wenn Sie jedoch eine Frau sind, die auf Ehrlichkeit und Vertrauen eine Beziehung aufbauen möchte und an einen Narzissten geraten, nur weil Sie die Zeit nicht abwarten konnten, kann das Ihr gesamtes Leben nachhaltig negativ beeinflussen, Sie aus der Bahn werfen, Sie gar töten. Eine solche leichtsinnige Begegnung kann für Sie zur Katastrophe werden. Deshalb beschäftigen sich inzwischen immer mehr Menschen mit dem Thema Narzissmus.

Bitte seien Sie, gerade wenn Sie auf Partnersuche sind, auf der Hut, wenn jemand zu gut erscheint, um wahr zu sein. Meist ist er das nicht. Und wenn er es ist, dann wird er das in 3 Jahren immer noch sein. Ein Narzisst hat die „Geduld“, Ihr edler Prinz zu sein, dagegen genau dann verloren, wenn er glaubt, dass er Sie am Haken hat. Wenn Sie verliebt sind, beginnen alles für ihn zu tun, wenn Sie Ihre Termine für ihn ständig verschieben, auf Abruf bereit sind und sich so langsam leicht schlechter fühlen. Dafür hat er Antennen.

Der Narzisst - was er sagt, was er meint und was sie hört

 

Vorwort:

Unzählige Emails von Frauen jeden Alters erreichen mich inzwischen täglich mit der Frage, wie diese oder jede Aussage ihres Partner gemeint sein könnte.

In der Anfangsphase einer Beziehung geben gerade Narzissten so richtig „Gas“. Sie wollen jagen, erobern und bekommen. Das ist ihr „Ding“, vor allem, wenn sie schnell erfolgreich sind.

Dieses Buch widme ich ausschließlich Frauen, denn von ihnen stammen die Nachrichten, die ich erhalte. Selbstverständlich gibt es weibliche Narzisstinnen, liebe Männer, die mit Sicherheit verbal in nichts nachstehen, doch hier in diesem Buch möchte ich gern die vielen Fragen meiner Leserinnen beantworten.

Meine Damen!

 Er verwirrt, er lügt, er trägt dick auf und verführt. Das ist sein Markenzeichen, sein Lebenselixier,seine Stärke. Lieblich über den Kerzenschein flüsternd, welch tolle Frau Sie sind und dass er sein ganzes Leben darauf gewartet, SIE zu finden, sind aus dem Mund eines Narzissten nichts weiter als Komplimente. Sie können durchaus ehrlich gemeint sein in diesem Moment, denn ein Narzisst ist verliebt in Augenblicke.

Augenblicke der Euphorie, Augenblicke der Spannung, der Duft des Neuen, des Unbekannten, des Fremden. Die Jagd nach Beute gibt ihm den besonderen Kick. Einen Kick, den er braucht, um etwas fühlen zu können, um der inneren Leere zu entgehen, um zu gewinnen.

Komplimente zu Beginn der Beziehung von einem Narzissten sind das Salz in der Suppe. Sie machen süchtig, sind unvergleichlich und atemberaubend, lassen den eigenen - meist schwachen - Selbstwert ungeahnte Höhen erreichen und geben dem Leben einen Sinn, vor allem dann, wenn es vorher nicht ausgefüllt war.

Viele Frauen sind einsam, weil sie lange Single sind oder in langjährigen Beziehungen/Ehen stecken, in denen sie sich langweilen, die sie nicht befriedigen, die Leidenschaft abhanden kam oder der Alltag grau ist. Hier ist die Gefahr besonders hoch, in einer toxischen Verbindung zu landen. Durch den erzeugten Hype zu Beginn einer neuen Beziehung mit einem Narzissten, hört die Frau in dem Fall Dinge, die sie hören will, auch wenn ihr Bauchgefühl dagegen spricht.

Nicht selten höre ich am Ende vieler Beratungsgespräche Sätze wie:

„Eigentlich hätte ich es wissen müssen, doch es war einfach zu überwältigend mit ihm. Ich wollte nicht, dass es endet.“

Oder 

„Es gab schon recht früh Hinweise darauf, dass er keine feste Beziehung mit mir eingehen will, doch ich dachte, wenn er mich erst richtig kennt, wird er mich lieben und bei mir bleiben.“

Oder

„Jetzt wo ich reflektiere, hat er oft von Freundschaft gesprochen und dass er hofft, dass alles bleibt, wie es jetzt ist. Ich hoffte jedoch, dass wir nicht nur eine Freundschaft haben, schließlich hatten wir echt heiße Nächte. Ich dachte, dass er mich lieben muss, wenn er so mit mir schläft, wie er es tat.“ 

Oder

„Er redete zwar immer von Liebe und allem drum und dran, aber Taten folgten eigentlich nie. Ich wollte das nicht wahrhaben. Wenn ich von Liebe spreche, dann will ich diese Person nicht nur sporadisch in meinem Leben haben, sondern möglichst für immer. Dass jemand das nicht so sehen kann, war mir irgendwie fremd und ich dachte, dass er mir nur vorspielt, dass er mich nicht fest will. Irgendwie dachte ich immer, dass er denkt, wenn er sich zu mir bekennt, verliere ich das Interesse an ihm und deshalb spielt er mit mir Katz und Maus…“ 

> Wie Sie sehen, haben viele Frauen sehr früh unbewusst erkannt, dass die jeweilige Beziehung nicht dahin führt, wo sie gern hin wollten. Trotzdem machten sie weiter und verdrängten das ungute Gefühl, ließen sich weiter verletzen bzw. verletzten sich selbst immer wieder. Hoffnung ist der Kutscher der Armut, heißt es so schön und in diesen Fällen ist sie völlig kontraproduktiv.<

In meinem Buch möchte ich die 3 Säulen aufführen, die eine Kommunikation zwischen Männern und Frauen (ganz speziell zwischen narzisstischen Männern und liebessüchtigen Frauen) eindeutig machen sollen.

Was er sagt
Was er meint
Was sie hört

Anhand von Beispielen werde ich versuchen, auf den nächsten Seiten aufzuzeigen, dass Sie, meine lieben Leserinnen, wieder lernen, sich auf Ihr Bauchgefühl zu verlassen und dass Sie sich in Zukunft nicht wieder vorschnell auf einen Menschen einlassen, der nur ein paar schöne Stunden genießen will oder Sie als Objekt missbrauchen möchte, während Sie schon in aller Liebe Ihren Vornamen mit seinem Nachnamen kombinieren.